Unser Rahlstedt

1248 ist das offizielle Geburtsjahr für Rahlstedt. Der Name Radolvestede wurde erstmalig im Zusammenhang mit der Kirche Altrahlstedt urkundlich erwähnt. Er geht vermutlich auf den Dorfgründer oder ersten Dorfgeistlichen Radolfus zurück, denn Radolvestede bedeutet Stätte des Radolf. Und die Endung stede besagt, dass es sich hier um eine Siedlung auf sicherem Boden etwa aus dem 8. Jahrhundert handelt.

 

 

Das heutige Rahlstedt ist aus der Großgemeinde Rahlstedt entstanden. In ihr wurden 1927 die Landgemeinden Altrahlstedt, Neurahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sowie Teile von Tonndorf-Lohe und Jenfeld zusammengeschlossen. Das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 läste dieses Gebiet aus dem Kreis Stormarn heraus und gemeindete es in die Freie und Hansestadt Hamburg ein.

Altrahlstedts Geschichte ist zugleich die Historie des Kirchspiels. Sie ist wechselhaft und kann in vielen Publikationen im Detail nachgelesen werden. So gehörte das Dorf u. a. in die Oberhoheit des Schauenburger Landesherren und zum russischen Zarenreich. Während des 30-jährigen Krieges lagerten kaiserliche Truppen in der Rahlstedter Heide. Für die Feldherren Tilly und Wallenstein war Altrahlstedt zeitweilig Hauptquartier. Wer mehr über die Entwicklung vom Kirchspiel über das Bauerndorf bis zum Teil der Großstadt Hamburg erfahren mächte, findet viele Unterlagen vor Ort im Heimatarchiv des Bürgervereins Rahlstedts.

Neurahlstedt war ein Dorf, das 1288 in einer Urkunde neben Altrahlstedt genannt worden ist. Siedler gab es in diesem Bereich bereits in der Jungsteinzeit. Die Spuren des Dorfkerns sind noch heute am Rahlstedter Dorfplatz im Rundling zu erkennen.

Oldenfelde hat sich auch aus einem Bauerndorf entwickelt und ist 1296 erstmals urkundlich erwähnt. Geprägt wurde es später durch den Bau der Eisenbahn nach Lübeck und der elektrischen Kleinbahn nach Volksdorf. An die Zeit des därflichen Ursprungs erinnert heute nichts mehr.

Meiendorf ist bei Geologen und Forschern der Vorgeschichte weltweit ein Begriff. Teile des Gebietes, nämlich das Tunneltal, sind in der Eiszeit bzw. zum Ende der jüngsten Eiszeit entstanden. Funde bezeugen den Aufenthalt von Rentierjägern. Um 1200 kann die Gründung des Dorfes Meiendorf vermutet werden. In einer Urkunde steht es 1318 erstmals. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Ort landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Ausbau der Verkehrswege und intensiver Besiedlung hat sich der Charakter Meiendorfs großstädtisch verändert.